Rückblick:
Stimmungsvoller "Ehrhorner
Abend" im
Walderlebniszentrum
Ehrhorn

Weihnachtsgeschichten
am Kamin
16. Dez. 2004
Eine runde Sache war der weihnachtliche „Ehrhorner Abend“,
wiederum als Gemeinschaftsveranstaltung vom Bücherladen
Gevers, dem Team und Förderverein des Walderlebniszentrums
durchgeführt.
Eröffnet wurden die Lesungen mit einem Beitrag von Bettina
Fack, die aus dem Kalender „Der andere Advent“
den Text vom 16. Dezember vorlas. Hier wurde auf den Wert
von geschenkter Liebe aufmerksam gemacht - nicht materielle
Werte sind wichtig, sondern von Herzen zu schenken, um Freude
zu bereiten, z.B. durch Zeit, durch Zuwendung oder andere
individuelle Aufmerksamkeiten.
Ganz professionell und ohne Scheu traten einige Schülerinnen
und Schüler der Klasse 5 c der KGS Schneverdingen auf:
Sarah Lorenz und Vivien Schwyter trugen gemeinsam eine Geschichte
vor, in der ein Kind empört ist, weil die Eltern der
Großmutter Geld schenken wollen. Das Kind setzt sich
hin und fertigt mit der Strickliesel einen schönen Schal
für die Oma: Viel Gesundheit!
In dem Beitrag von Marvin Evers und Pascal Meyer ging es um
Post für einen alten Mann, der von den Mitbewohnern und
Nachbarn bemitleidet wird, weil niemand an ihn denkt. Als
Abschluss der Schülerbeiträge trug Anastasia Hoppe
ein Gedicht vor „Oh schöne herrliche Weihnachtszeit“
von Hoffmann von Fallersleben.
Viel Heiterkeit erreichte Brigitte Völske mit ihrem ersten
Beitrag „Elsie“. Ein kleines Mädchen, das
am Heiligabend durch ein Missgeschick in die Kloschüssel
fällt und mit welchen Schwierigkeiten es befreit wird.
Ebenfalls humoristisch waren ihre Beiträge „Etwas
ganz Neues“ und „Die Koschale“ Weiterhin
trug sie eine Geschichte vor, die das Thema Ausländerfeindlichkeit
aufgriff. Alle Produkte, die aus fremden Ländern nach
Deutschland kommen, verlassen die Geschäfte: Gewürze,
Kaffee, Bodenschätze, Edelhölzer usw.
Bettina Fack brachte eine nachdenkliche Geschichte von Marie
Luise Kaschnitz „Alle Jahre wieder“. Hier geht
es um Eltern, die Weihnachten nicht mehr feiern können
und Kinder, die dieses Fest schmerzlich vermissen.
Dr. Hans Fack las eine Veröffentlichung seiner Mutter
vor über ihre Kriegs-weihnacht 1944, wie sie es trotz
der schlechten Zeit schaffte, für ihre beiden Kinder
ein schönes Weihnachtsfest zu gestalten.
Gemeinsam wiesen Bettina und Hans Fack auf „Die 12 Schrecken
der Weihnacht“ hin.
In der Pause wurde den Gästen Punsch und Glühwein
angeboten, und Astrid John hatte als Überraschung köstliche
Bratäpfel zubereitet, die begeisterten Zuspruch fanden.
Musikalisch wurde die Veranstaltung von Sonja Gevers auf dem
Klavier begleitet, die einige weihnachtliche Pastoralen und
während der Pause ein Potpourri verschiedener Weihnachtslieder
spielte.
Die Gäste freuten sich über diesen stimmungsvollen
Abend und dankten den Beteiligten mit herzlichem Applaus.

Foto:
Vordere Reihe von links:
Brigitte Völske/Anastasia Hoppe/Sarah Lorenz/Vivien Schwyter
Mitte von links:
Marvin Evers/Pascal Meyer/Bettina Fack
Hintere Reihe von links:
Dr. Hans Fack/Sonja Gevers

Plattdeutsche
Lesung mit
Walter Zelinski
10. Nov. 2004
Wat den een sien Uhl ...
is den anner sien Fruu. Mit dieser Abwandlung des Sprichworts
„ is den anner sien Nachtigall“ eröffnete
Walter Zelinski die plattdeutsche Lesung im Walderlebniszentrum
Ehrhorn.
Er zeigte sich erfreut über das zahlreich erschienene
„gemischte“ Publikum - Männer und Frauen
zu fast gleichem Anteil. Als Gegenpol zu der platt-deutschen
Autorin Ina Müller, die gern die männlichen Schwächen
auf dem Kieker hat, seien einige seiner Geschichten mit augenzwinkernden
Pointen auf das sogenannte schwache Geschlecht abgestellt:
„Wenn de Fruunslüüd so snacken höörst,
denn müsst doch meist glöven, dat wi to nix döögt“.
So ging es unter anderem um das Auffinden von Gegenständen
in der Handtasche, das „Meckern“ beim Autofahren,
den Anspruch beim Verjagen von Mäusen aus der Wohnung.
Aber auch viele andere allgemeine kleine Alltagsprobleme wurden
von Walter Zelinski zum Besten gegeben: Die missglückte
Angeberei über Vermeiden von Seekrankheit, Probleme mit
Gebrauchsanleitungen bei technischen Geräten, Besuch
beim „Seelenklempner“ usw.
So kamen die Zuhörer in den Genuss zahlreicher Geschichten,
die zum Teil aus seinen beiden bisher erschienen Büchern
„Von Quarkbüdels un anner Lüüd“
und „Wenn de Hahn kreiht op den Mist...“ entnommen
waren. bzw. er im Rahmen der Hörfunk-Reihe „Hör
mal’n beten to“ veröffentlicht hat
Während der Pause wurden die Gäste vom Team des
Walderlebniszentrums mit Punsch und Brezeln verwöhnt,
und in der urigen Atmosphäre des Ausstellungshauses wurde
eifrig platt gesnackt.
"Die rote Stadt"
Autorenlesung mit Boris Meyn
13. August 2004
Leider konnte der „Mord im Grünen“
nicht auf dem Außengelände des Walderlebniszentrums
stattfinden, da das Wetter nicht mitspielte. Doch die Besucher
der Lesung mit Boris Meyn kamen auch im Ausstellungshaus zu
ihren spannungsvollen Stunden.
Der Autor verstand es schnell, das Publikum in seinen Bann
zu ziehen. Hauptperson seines um 1860 in Hamburg spielenden
Buches ist Sören Bischop, der unfreiwillig in kriminalistische
Ermittlungen hereingezogen wird: Bei der Einweihung des Dovenhofes
fährt plötzlich eine Leiche im Paternoster auf und
ab. Dieser und weitere Morde bergen viele Rätsel, bis
Bischop - eigentlich „nur Jurist“ - die skandalösen
Vorgänge beim Bau der Speicherstadt und Manipulationen
bei Grundstücksverkäufen aufklären kann.
Interessant an diesem Krimi ist besonders die Tatsache, dass
sehr viel Hamburger Lokalkolorit hineingeflossen ist: Dem
hiesigen Leser werden durch die örtliche Nähe zu
Hamburg viele bekannte Persönlichkeiten geläufig
sein und so wird eine interessante Mischung von fünfzig
Prozent (bau)geschichtlicher Realität und fünfzig
Prozent fiktiver Handlung aufgebaut.
In der Lesungspause wurden vom Team des Walderlebniszentrums
Brezeln und Getränke serviert, sodass die Gäste
in lockerer Atmosphäre untereinander und mit dem Autoren
ins Gespräch kommen konnten.
Dann gab es sozusagen noch ein „Bonbon“ extra.
Boris Meyn trug aus seinem neuesten Titel „Die Bilderjäger“
vor. Dieses im Juli erschiene Buch handelt von Kunstraub und
Mord, Schweizer Banken und Museen in Amerika.
Die Lesung mit Boris Meyn wurde initiiert von der Organisation
„Gärten Europas“ und in Zusammenarbeit mit
dem Walderlebniszentrum und dem Bücherladen Gevers durchgeführt.
Im Rahmen der „Sommerkrimiwochen in den Gärten
Europas“ wurden in vielen Gärten und Parks, die
in das EU-Projekt aufgenommen wurden, Lesungen unter dem Motto
„Mord im Grünen“ gehalten. Diese sind alle
sehr erfolgreich verlaufen. Es soll versucht werden, diese
Aktion auch nach Auslaufen des Projektes im kommenden Jahr
fortzusetzen.
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